Mietrendite berechnen: So geht's richtig

Warum die Bruttomietrendite allein wenig aussagt, wie die Nettomietrendite wirklich berechnet wird – und welche Werte als Richtwert taugen.

Kurz vorweg Die Bruttomietrendite ist ein guter erster Filter, um Angebote schnell zu sortieren. Für eine echte Investitionsentscheidung solltest du dich aber immer an der Nettomietrendite orientieren.

Bruttomietrendite: der schnelle erste Blick

Die Bruttomietrendite setzt die Jahreskaltmiete ins Verhältnis zum reinen Kaufpreis – ohne Nebenkosten, ohne laufende Kosten.

Bruttomietrendite = (Kaltmiete × 12) ÷ Kaufpreis × 100

Der Vorteil: Sie lässt sich in Sekunden im Kopf überschlagen und eignet sich, um viele Angebote grob zu vergleichen. Der Nachteil: Sie ignoriert Kaufnebenkosten, Instandhaltung, Verwaltung und Mietausfall – und kann Investitionen dadurch deutlich besser aussehen lassen, als sie tatsächlich sind.

Nettomietrendite: die aussagekräftigere Zahl

Die Nettomietrendite bezieht die tatsächliche Gesamtinvestition (Kaufpreis plus Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) sowie nicht umlagefähige laufende Kosten mit ein.

Nettomietrendite = (Jahreskaltmiete − Bewirtschaftungskosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100

Zu den nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten zählen typischerweise:

Welche Rendite ist "gut"?

Es gibt keine allgemeingültige Zahl – die realistische Renditespanne hängt stark von Lage und Objekttyp ab. Als grobe Orientierung gilt: In gefragten A-Lagen großer Städte, wo Käufer stärker auf Wertsteigerung als auf laufenden Ertrag setzen, sind Nettomietrenditen oft eher niedrig. In B- und C-Lagen oder strukturschwächeren Regionen, wo Wertsteigerungspotenzial und Nachfragesicherheit geringer eingeschätzt werden, verlangen Käufer meist eine spürbar höhere laufende Rendite als Ausgleich für das höhere Risiko.

Statt einer festen Zielzahl lohnt sich der Vergleich mehrerer Objekte in ähnlicher Lage – die Nettomietrendite ist vor allem als Vergleichsmaßstab wertvoll, weniger als absolute Schwelle.

Typischer Fehler: Bruttorendite mit Nettorendite verwechseln

In Immobilienanzeigen wird oft nur die Bruttomietrendite genannt, manchmal ohne das explizit zu kennzeichnen. Frag im Zweifel immer nach, welche Rendite gemeint ist – der Unterschied kann mehrere Prozentpunkte betragen und über die Wirtschaftlichkeit einer Investition entscheiden.

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